Samstag, 11. April 2015

Durch die Notstandsregion Antofagasta

27.März

Nachts Ausgangssperre in Copiapó, die Supermärkte mit ewig langen Schlangen vor der Tür und bewacht vom Militär, um Plünderungen zu verhindern, die ersten Tankstellen ohne Treibstoff und jede Stelle der Stadt bedeckt von 10 - 90 cm Schlamm, der schon in den nächsten Tagen von der Wüstensonne zu Stein gebrannt werden wird.



Wir können hier nichts tun, haben uns mit Lebensmitteln, Wasser und Diesel eingedeckt und entscheiden uns weiterzuziehen. Die gesamte Region Antofagasta, der Norden Chiles, ist im Notstand. Wir wissen also nicht was uns erwarten wird.
Auf der Ruta del desierto, der Ruta 5, vermuten wir die besten Chancen zum Vorankommen zu haben.


Es geht ganz gut voran, bis wir nach Chañaral kommen. Der Ort wurde ähnlich schwer von den Überschwemmungen getroffen wir Copiapó. Das Meer ist braun gefärbt vom Schlamm der hineingespült wurde.


Das Militär patrouilliert. 


Die Brücke der Ruta 5 wie auch alle anderen Brücken der Stadt wurden weggespült.


Ein Pärchen im Pickup zeigt uns den einzig möglichen Weg Richtung Norden, über die Müllkippe und durch den Fluss...



Auch kurz vor dem Ort Taltal hat das Wasser seine zerstörerische Kraft gezeigt un die Straße zerrissen und mit Steinen überspült.



Über einen Wüstenweg kommen wir dennoch zum Ziel, nach Taltal. Nach der ganzen Zerstörung die wir gesehen haben ist die Unterkunft die wir finden, eine Cabaña mit Blick auf den Pazifik, wie ein kleines Wunder.



28.März
Aus dem kleinen Paradies im Chaos fahren wir weiter nach Antofagasta. Nach Taltal scheint die Welt wieder in Ordnung zu sein. Die Wüste ist Wüste: Trocken, langweilig und kein Wasser, soweit wir auch fahren.


Wir machen einen Zwischenstopp am VLT des "European Southern Observatory". Eine Führung ist leider nicht möglich, da aufgrund des Unwetters auch hier Teile der Belegschaft fehlen. Aber auch der Blick über den Zaun lässt einen schon überlegen welche Geheimnisse des Weltalls hier über den Wolken, auf dem Cerro Paranal, wohl noch erforscht und gelöst werden.



In Antofagasta angekommen checken wir im Holiday Inn Hotel ein und schauen uns in der Stadt um. Die Kupferminen bringen das Geld und wir sind überrascht was man in einer Wüstenstadt so alles findet, wenn sie auch am Meer liegen mag. Ein spitzenmäßiges Riesensteak hielt ich jedenfalls nicht für sehr wahrscheinlich. Ich wurde eines besseren belehrt.

29.März
Die Fahrt über Calama nach San Pedro de Antofagasta verläuft so wie man sich eine Fahr durch eine Wüste vorstellt, wenn man einmal vom deutschsprachigen Kubaner absieht, den wir auf einer Tankstelle treffen.




30.März
San Pedro de Antofagasta ist ein von Touristen mehr als überlaufenes Örtchen. Hunderte von Anbietern für Ausflüge, Mehrtagestouren, Restaurants und andere kleine Läden besiedeln daher die meist aus Lehmziegeln erbauten Häuser. Auch die Kirche wird in der alten Lehmbautechnik renoviert.


Ausflüge zum Valle de la muerte, valle de la luna und dem Geysir el Tatio stehen auch in unserer Gruppe auf dem Programm.

Die Atacamawüste und Überschwemmungen

23.März
Jetzt sind wir also in Copiapó. Ich muss zugeben, vor der Reise hatte ich noch nie etwas von diesem Ort gehört. Er liegt in der Atacamawüste, einer der trockensten Plätze der Welt. Im Normalfall regnet es einen Tag im Jahr und dann auch nicht viel. Der Fluss, dessen Lauf in der Stadt in Beton gegossen ist, hat zuletzt in 2002 ein wenig Wasser geführt. Also kein wirklich attraktiver Ort und doch ist Copiapó groß, groß geworden durch die umliegenden Kupfer und Eisen Mienen.

Wir sind wegen Nikos Onkel Rodrigo hier und um auf dem Spuren der Ralley Dakar Teilnehmer Dünen zu fahren. Zuvor muss der G aber noch neue Buchsen an den Längsträgern der Vorderachse bekommen. Über einen Freund Rodrigos kommen wir in die "Werkstatt" von Rudi. Werkstatt bedeutet hier ein Hof mit vier zerlegten Autos, eine Grube und etwas verstreutes Werkzeug.


Zum Glück hat Niko alles dabei was braucht und Bucki die nötige Tatkraft, so dass es gar nicht weiter stört, dass Rudi, ein Nachbar, ein Hund und ich immer im Wege rumstehen. Nachdem der Längsträger ausgebaut ist geht es rüber zum Nachbarn, der eine selbstgebaute 40t Presse hat. Der Experte in der Gegend! Seine Werkstatt zeugt von 100 Jahren Erfahrung - wenigstens.


Für 45€ presst der die vier alten Buchsen aus und die vier neuen ein. Auch der Einbau klappt wie am Schnürchen. Am Abend ist alles bereit für die Wüstenfahrt am nächsten Tag. Danke Niko, Danke Bucki, Danke Rudi und Danke unbekannter Nachbar.

24.März
Vor der Freude kommt bekanntlich die Pflicht. So auch bei uns, bevor wir los können müssen wir noch unsere Wäsche aus der Reinigung holen. Dass immer nur mit Kaltwasser gewaschen wird verwundert uns, aber wir hoffen, dass die unmotivierten Damen wissen was sie tun...



Dann ist endlich Abfahrt in die Wüste. So genau wissen wir nicht wo die große Düne Medanoso liegt, aber wir haben eine grobe Orientierung und fahren drauf los. Schon nach ca. 20km können wir erproben wie sich die Autos auf dem Sand machen. Die erste Düne wird erklommen und erst beim Versuch den "Hügel" zu Fuß zu erklimmen merken wir wie steil er ist.


Marc und Janek steigen danach leider aus und wir fahren mit den zwei G weiter in die Wüste. Wir fahren neben einem kleinen Weg immer weiter und landen vor einer alten Mine. Da auch Mittagszeit ist machen wir eine Pick-Nick-Pause.


 Danach verlassen wir die eigentlichen Wege und fahren einfach Querfeldein. Ein unbeschreibliches Gefühl das Fahrzeug hinlenken zu können wo man will. Egal ob links um die Düne, recht um die Düne, oder quer rüber, alles ist möglich.
Und so landen wir nach ziemlich viel Spaß ziemlich weeeeeeit abseits.


Noch ein Stück weiter voraus, in frischen Sandverwehungen stehen einige Überbleibsel der Rallye Dakar: einzelne Fahnen der Sektionen.


Niko wäre mit seinem G auch im losen Sand noch weiter gekommen, doch für mich ist Zeit umzudrehen und so treten wir den Rückweg an. Dieser folgt zunächst mehreren Spuren der Rallye Dakar, gestaltet sich dann aber komplizierter als gedacht. Der Weg, den wir nehmen wollen ist nicht fahrbar. Große lose Sanddünen versperren den Weg. Die Temperatur in der Sonne steigt weiterhin obwohl es schon spät ist und der Diesel wird knapp. Wir haben bereits den letzten Kanister nachgekippt. (Anmerkung für meine Mutter: Ja, Wasser und Essen hatten wir reichlich dabei).


So entscheiden wir uns dafür genau den gleichen Weg zurück zu nehmen, den wir gekommen waren. Aber auch das ist einfacher gesagt als getan. Der Hang, den wir zuvor so einfach hinunter gerollt sind stellt sich uns jetzt in den Weg. Mit Anlauf, einer guten Spur und mehreren Versuchen komme ich bis auf 100m vor der Kuppe. Ganz lässt er sich auch mit Sperren nicht bezwingen. Niko fährt von der anderen Seite heran und wir bewegen den großen G mit den Winden die letzten Meter nach oben. Alle sind erleichtert als es nach 20 Minuten gelungen ist.



Auch die letzten Düne bevor wir in festeres Terrain kommen hat es in sich. Nur mit Anlauf von der gegenüberliegenden Düne, und blind vertrauend in Buckies Aussage auf dem Kamm der Düne ungebremst leicht nach links weiterzufahren, schiebt sich auch hier der große G noch einmal durch den losen Sand.

Das Dünenfahren ist eine Riesenspass wenn man genügend Treibstoff und Zeit dabei hat. Etwas froh bin ich an dem Abend aber dann doch wieder im Hotel zu sein.
In der Nacht zieht wie vorhergesagt ein Gewitter auf. Blitze erhellen die Stadt Copiapó und wir hören im Bett liegend wie der Regen über die Wüste kommt. Ein Segen für diese trockene Natur!?

25.März
Als ich gegen 8:00 aufstehe regnet es noch immer. Zu meiner Überraschung haben sich alle Strassen, die ich vom Hotelbalkon aus sehen kann in reisende Flüsse, gefüllt mit braunem brausendem Schlamm und allerlei Treibgut verwandelt.


Wir sind unschlüssig ob wir bei diesen Bedingungen überhaupt aus der Stadt herauskommen. Nach dem Frühstück machen Bucki und ich uns auf zu einer Erkundungsfahrt. Das Militär hat inzwischen schon einige Strassen gesperrt, lässt uns aber passieren. Einige Autos haben sich schon im Schlamm festgefahren, wir kommen jedoch ohne Probleme bis zur Stadtgrenze. Wir schleppen einen Toyota frei bevor wir ins Hotel zurückkehren.


Der Plan ist: Einkaufen, Stadt verlassen. Auf dem Weg zum Supermarkt merken wir aber schon, dass die Schlammmassen weiter steigen. Wir müssen beim Queren von Strassen aufpassen, dass vorbeischwemmende Standuhren, Sofas und Paletten das Auto nicht beschädigen.


Der Supermarkt hat nur eingeschränkt geöffnet. Es werden wenige Kunden in den riesigen Laden gelassen, da viele Personen des Personals nicht zum Arbeiten kommen konnten. Trotzdem können wir noch alles einkaufen.
Als wir jedoch aus dem Laden kommen hat sich die Situation drastisch verschlechtert. Die Tiefgarage ist vollgelaufen und das Freideck, auf dem wir stehen ist 10cm überflutet. Der Rückweg zum Hotel ist somit noch gefährlicher geworden als der Weg zum Supermarkt.
Wieder stehen wir an einer Querstrasse (). Balken, eine Hundehütte, Fässer und alle möglichen anderen Gegenstände schießen vorbei. Der Schlammstrom ist nicht nur höher sondern auch schneller geworden. Ich setze auf das hohe Gewicht des Wagens, der verhindern sollte, dass wir schwimmen und versuche eine möglichst hohe Geschwindigkeit, um die Gefahrenstelle zu queren.
Die Rechnung geht nicht auf. Kaum in der Mitte der Strasse bzw. des Strom sind wir schon 2 Meter weggedrückt worden und drohen in das gegenüberliegende Geländer zu fahren oder gedrückt zu werden. Zum Glück haben die Reifen noch Haftung, die fast vier Tonnen sind zum ersten Mal auf der Reise von Vorteil. Es gelingt mir den G in Flussrichtung des Schlamms zu drehen und wir fahren mit der gleichen Geschwindigkeit wie alles was die Strasse hinunter gerissen wird, so um die 20km/h.

Schaulustige und Anwohner filmen, winken hektisch und helfen uns einen Ausgang zu der Lawine zu finden. Was hatten wir für ein Glück, wir sind heil aus dieser brenzlichen Situation heraus gekommen und auch das Auto hat nichts abbekommen, nur wenig Schlamm ist ins Auto gelaufen, und der Kühler muss gereinigt werden.

Die Schlammmarke bis über die Türgriffe zeugt aber davon wie kritisch das ganze war.


Marc, Janek und Bucki versuchen den Tag noch zu Fuß zu Rodrigo zu kommen, aber es ist aussichtslos, die Strassen sind nicht passierbar. Wir sind zum Warten im Hotel gezwungen. Das Hotel schafft es auch mit Minimalbesetzung und abgestelltem Wasser noch einen guten Service aufrecht zu erhalten. Es gibt Frühstücks- und Abendbuffet. Phantastisch. Das Fernsehen berichtet derweil über das komplette Ausmaß der Katastrophe, die Chilenische Regierung hat den Notstand ausgerufen.


26,März
Wir sind den ganzen Tag zum Warten im Hotel verbannt. Die Situation auf den Strassen bessert sich langsam, Aber auch nachts fließt weiterhin noch Wasser über die Straße.
Gerade sind wir mit dem Abendessen fertig, da wird ein Alarm im Hotel ausgelöst, der Fluss hat einen Damm durchbrochen! Es besteht die Gefahr, dass eine Flutwelle die Stadt überrollt. Wir flüchten aus dem Restaurant im Erdgeschoss in die höheren Etagen und entscheiden uns dann aufs Dach zu gehen, um zu sehen was passiert. Kolonnen von Autos flüchten in alle Richtungen, doch zum Glück gibt die Polizei kurze Zeit später per Lautsprecherdurchsagen Entwarnung.


Wenn sich die Situation weiter verbessert könnten wir eventuell morgen schon die Stadt verlassen?!?!



Dienstag, 7. April 2015

Überquerung der Anden auf dem "Paso de Pircas Negras"

22. März
Wir brechen unser Lager in der Qubrada neben der RN 76 am Morgen ab und setzen unseren Weg hoch zum Pass "Las Pircas Negras" nach dem Frühstück gegen 10:00 Uhr fort.
Die Vegetation ist karg, wir sind über 3000m hoch, doch die Farben der Erde und die Form der Landschaft ist wunderschön.




Gegen 2 Uhr Mittag kommen wir an der Grenzstation auf 4.150m Höhe an. Es ist nichts, reinweg gaaaar nichts los. Etwas kurzatmig begeben wir uns ins Gebäude. Wir sind die einzigen "Kunden" und die Beamten freuen sich das endlich etwas zu tun ist.

Beim "trámite 1", Einwanderung, fängt der Spaß schon an. Man versucht die ungewöhnlichen Namen auszusprechen und so bekommen wir einen "Super Marc" und andere lustige Betonungen unsere Namen zu hören.

Inklusive unserer drei Autos sind an dem Tag 12 Fahrzeuge über die Grenze gekommen. Wahnsinn. Die Jungs arbeiten nur 2 Wochen in der Höhe und Einöde und haben dann zwei Wochen frei, w
wahrscheinlich um diesen Stress gewachsen zu sein.

Der Aufenthalt in der Station entwickelt sich mit dem "trámite 2", Zoll, fröhlich weiter. Warum ein Deutscher denn einen Hyundai fährt wird gefragt und ob es uns allen bei der Fahrt in der Höhe gut gehe, oder ob die Dame nicht lieber in der Grenzstation bleiben sollte...

Die Zolldeklaration ist da nur eine Nebensache und auch die Durchsuchung der Autos draußen ist eher eine Fortsetzung des Gesprächs im Freien. Als der Beamte Käse in der Kühlbox sieht sagt er mir nur "du verstehst ja gut Spanisch, deswegen könnt ihr den behalten, aber esst ihn schnell auf, Käse darf man nicht mit nach Chile nehmen".
Das wissen wir und so sage ich ihm dies zu und bedanken und verabschieden wir uns aller herzlichst.


Natürlich stehen wir zu unserem Wort und wollen den Käse bald essen. Es ist sowieso Zeit für einen kleinen Imbiss. Unweit der Strasse sehen wir eine Wetterschutzhütte. Dort fahren wir querfeldein hin, bauen den Campingtisch auf und schmieren uns eine paar schöne Scheiben Käsetoast.


Die Fahrt auf der anderen Seite der Anden herab in Richtung Copipó ist genauso wie der Weg hinauf sowohl eine Freude als Fahrer als auch fürs Auge.



Nachmittags um 17:25 erreichen wir die Gesamtkilometerzahl von 10.000km, was wir gebührend mit einer kurzen Pause und einer Schluck Wasser begießen. Kurz nach 18:00 erreichen wir dann den Ort Copiapó, wo wir ins Hotel Antay einchecken. Eine wirkliche Oase in der Wüste, aber das konnten wir da noch nicht wissen.


Montag, 6. April 2015

Die Ruta 40 und Villa Unión

20. März

Unsere Anfahrt vom Campingplatz in Mendoza verzögert sich etwas, da wir zunächst herausfinden müssen wo der Wächter schläft. Nachdem wir ihn und seinen Hund durch lautes Klopfen aus seiner Hütte geholt haben bequemt er sich, unter Ausstoß von diversen Flüchen, die Toreinfahrt aufzuschließen. 9:10 ist aber auch wirklich sehr früh...

Marc führt heute die Gruppe an und mir schwirren immer noch die Doppelkopf-Regeln durch den Kopf, die er uns die Nacht zuvor beigebracht hat. Alles Trumph...

In San Juan stoppen wir zum Tanken und registrieren uns im Großhandel "Marco" zum Einkauf. Dass es Wasser nur in großen Gebinden gibt stört uns nicht, aber als wir gleich 8 Liter Milch kaufen sollen müssen wir dann doch kurz überlegen. Ohne Milch geht es nicht, also packen wir die Ladung für die nächsten 3 Wochen ein.

Auf der Ruta 40 von San Juan Richtung Villa Unión fallen dann die ersten Regentropfen. Wie wir einige Kilometer später feststellen hat es zuvor wohl schon sehr viel mehr geregnet. Bei jeder Senke treffen wir auf Wasser, das die Strasse quert und Sand und Schotter mitgerissenen hat.
In Deutschland hätte man die komplette Straße auf 300km gesperrt. In Argentinien vertraut man auch die Vorsicht der Fahrer.



Also fahren wir mit etwas Vorsicht bis nach Villa Unión, wo wir zunächst einmal wieder volltanken und dann einen Platz zum Zelten suchen. Am Stausee werden wir - wieder einmal - fündig.




Provoleta Grillkäse, Salat und gutes Steak bilden unser Abendessen. Trotz äußerster Anstrengung schaffen wir es trotzdem nicht alles aufzuessen was uns an der Grenze zu Chile abgenommen werden könnte. Zumindest haben wir den ganzen Sack Kartoffel gekocht, so sollten sie keine Schwierigkeiten machen.

Als es dunkel wird kommt unser neuer Lampenschirm zum Einsatz, der die grelle Neonlampe auf sliprosa abtönt. Super romantisch und immer ein Gesprächsthema.



Auch ein kleiner Besucher fühlt sich bei uns wohl, nervt allerdings die ganze Nacht mit Kratzen am Zelt, weil er mit in den Schlafsack möchte. Das ist nicht so schlimm, da wir durch lärmende Jugendliche am See eh eine unruhige Nacht haben.



21.März
Es soll über die Ruta 40 weiter gehen Richtung Norden, um dann dort die Anden zu queren (Paso San Francisco). Die Fahrt beginnt sehr schön.


Doch schon ein paar Kilometern später sehen wir ein komisches kleines handgeschriebenes Schild am Straßenrand. Irgendetwas von "gesperrt" steht drauf. Wir fahren weiter ohne alles gelesen zu haben. Nach ein paar Kilometern finden wir ein ähnliches 20x20 cm Schild und halten an, um es lesen zu können.


Vollsperrung der Panamerikana? Handschriftlich angekündigt? Das glauben wir erst einmal gar nicht und fahren weiter. Leider bewahrheitet sich die Ankündigung. Wir stehen vor der Baustelle. Auf meine Bitte an den Bauarbeiter eine Ausnahme zu machen und die Geländewagen durchzulassen bekomme ich ein Lachen und als Antwort, dass die komplette Strasse weggespült wurde. Es gibt keine Alternative, wir müssen umdrehen.


Was jetzt? Die Unterbrechung weiträumig umfahren, um weiter im Norden wieder auf die 40 zu kommen? Oder doch versuchen über die Ruta Nacional 76 und den Pass Las Pircas Negras nach Chile zu gelangen. Letzteres scheint uns ungewiss, da wir nicht wissen ob die Wassermassen, die der Ruta 40 hinter San Juan zugesetzt hatten, nicht auch den kleinen Pass unpassierbar gemacht haben.

Wir entscheiden uns nach Villa Unión zurückzufahren und Erkundigungen einzuholen. 175km umsonst gefahren...
In Villa Unión erzählen uns eine Motorradgruppe, der Tankwart und eine Ladenbesitzerin, dass der Pass "Las Pircas Negras" befahren werden kann. Selbst der letzte Skeptiker ist überzeugt, wir nehmen die RN76 Richtung Anden, aber nicht ohne auch noch einmal bei der Polizeikontrolle im keinen Ort Vinchina nachzufragen ob der Pass auch wirklich frei ist. Er ist. So fahren wir so weit an die Anden heran wie es die Höhe zulässt.



Im noch kleineren Ort Jagüe findet sich jedoch kein geeigneter Platz zum Zelten, geschweige denn eine andere Unterkunft. Deswegen fahren wir auf 2200 Meter Höhe von der RN76 ab in die Wildnis und schlagen unser Lager außer Sichtweite der Strasse auf.
Nach einer leckeren Portion knuspriger Bratkartoffeln und gegrillter Chorizo (Paprikawurst) begeben wir uns zur Ruhe in unserem ersten "Höhenlager".


Obwohl wir noch nicht sehr hoch sind benötigen wir doch schon manchmal einen tiefen Atemzug, um genügend Luft in die Lunge zu bekommen. Wir wird es da erst morgen auf dem Pass, bei über 4000m?