Sonntag, 22. März 2015

Sprengstoff - die Deutsche Invasion

05. März

Der Abbau des Zeltes auf dem Campingplatz „Lago Torres“ gestaltet sich feucht. Es hat früh morgens geregnet und als wir das Zelt kurz nach 8:00 zusammenlegen tröpfelt es schon wieder. Zum Glück ist das Zelt nicht aus Baumwolle und aufstellen wollen wir es abends eh wieder.
Noch kurz rasieren, den Israelis ein Päckchen Reis für 4 Euro verkauft und dann geht es los. Im Trockenen.

 
 Die Strecke Richtung Chaiten ist äußert interessant.



Es geht bergauf und bergab, durch üppigste Vegetation und durch zwei Baustellen, die mein persönliches Tages-high-light sind. So etwas findet man in ganz Europa nicht! Es geht auf Armlänge Entfernung vorbei an riesigen Baggern, Frontladern und Bohrraupen.




Würde man die Beifahrertür öffnen, so könnte man sogar leicht die rosa und grauen Schläuche mit Plastiksprengstoff einladen. Niemand würde es merken.



Marc entscheidet sich auf dem Weg sein Auto leichter zu machen, um das Fahrwerk zu schonen. Die Reservekanister werden in Chaiten geleert und er verschenkt seinen reparierten Reifen als auch eine Ersatzfeder an den bekanntesten Reifenhändler im Ort, der gerade einen Hyundai Terracan in Reparatur hat. Zum Dank gibt es einen Duftbaum für jeden.



So erleichtert fahren wir nach Caleta Gonzalo von wo aus wir eine Fähre nach Puerto Montt nehmen vollem.

Eine Fähre fährt gerade unbeladen ab, doch nirgends gibt es ein Büro oder ähnliches. Im Cafe und von einer Reinigungkraft erhalten wir Aussagen die nächste Fähre geht morgen irgendwann zwischen 12:00 und 13:00. Naja, kommen wir eben um 11:00 zurück.




Wir fahren ca. 15km zurück zu einem Campingplatz. Von 5 Chilenen erfahre ich, dass es keine Rezeption oder ähnliches gibt. Der Wächter des Nationalparks kommt morgens zum Abkassieren. Wir drehen eine kurze Runde über den Platz und kommen wieder zu der Stelle zurück, die uns schon die Chilenen zugedacht hatten. Ein Stück Rasen, die einzig Ebene Stelle, die groß genug ist für unser Zelt.
Da es schon dämmert haben wir in Rekordzeit das Zelt aufgestellt, den Grill angefeuert, die Autos positioniert und unser Esszimmer aufgebaut. Wir sind zufrieden.


Die Peruanerin, vor dessen Zelt wir jetzt stehen sieht das anders. Sie wurde nicht gefragt, was stimmt, denn sie war nicht da und wir hätten uns auf ihren Platz gestellt. Gleiches hören wir von der rechten Nachbarin, Schweizerin. Wir hätten ein brachiales Auftreten, wollten ihr Zelt versetzen und würden ihren Platz benutzen ohne zu fragen. In der Tat stehen wir auf einem Fleckchen war gar nicht zum campen vorgesehen ist, aber das mal so nebenbei. Wir verständigen uns mit den Herren der Zicken die Frage am Morgen mit dem Parkwächter zu klären. Da wir aber an dem Abend noch erfahren, dass man eine Fähre nach Puerto Montt in Chaiten buchen muss wird daraus nichts.

Wir müssen rechtzeitig in Chaiten sein, um entweder die Fähre von  dort oder von Caleta Gonzalo zu für den gleichen Tag zu buchen. Deswegen erheben wir uns entgegen unser Gewohnheit schon um 7:00 und um 7:30 erzittert der Campingplatz unter dem Gedröhne von drei Dieselmotoren. Ein Chilene ist schon wach und wünscht uns eine gute Reise. Die Peruanerin und die Schweizerin ärgern sich wahrscheinlich bis in den Abend, dass die Invasion der Deutschen nun nicht einmal für die Übernachtung bezahlt hat...


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